Management-Review nach Nr. 5.6 der ISO 9001:2008 erstellen

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Die QM-Norm ISO 9001 fordert in Abschnitt 5.6 die regelmäßige Erstellung eines sogenannten Management-Reviews oder Management-Bewertung.
Es geht nicht um die Bewertung des Managements, sondern um die Bewertung des QM-Systems durch das Management nach vorgegebenen Themen. Man kann dieses Schriftstück mit einer Bilanz oder einer GuV vergleichen.

Für viele Geschäftsführer erscheint dies ähnlich wie die gesetzlich geforderte Jahresabschluss als lästige Übung. Beide Forderungen werden von externen Stakeholdern erhoben. Der Staat als Steuerforderer sowie die Lieferanten als Liquiditätsforderer sind am Jahresabschluss interessiert. Die Kunden sowie die Zertifizierer interessieren sich für das Management-Review. Dennoch können beide Dokumente auch als interne Hilfen zur Ist-Analyse und Zielkorrektur betrachtet werden Sie erfordern eine Selbstreflexion, für die im harten Geschäftsalltag oft keine Zeit bleibt. Nur durch eine harte und sanktionsbewehrte externe Forderung wird sie von vielen erst durchgeführt.

Im Folgenden werden einige Norm-Forderungen für das Management-Review erläutert.

Die Norm ISO 9001 fordert, dass man etwas zum Thema „Rückmeldungen von Kunden“ aussagt. Als Nicht-Normkundiger fragt man sich, was damit gemeint sein kann. Im folgenden einige Beispiele dafür. Rückmeldungen im Sinne der Norm können sein:

  • Auswertungen von Reklamation,
  • Auswertung von Garantiefällen und Kulanzfällen,
  • Umsatzentwicklung mit Stammkunden,
  • Analyse abgesprungener Kunden,
  • Analyse entgangener Geschäftsabschlüsse.

Weiterhin fordert die ISO 9001 Aussagen zur Prozessleistung. Darunter können folgende Punkte verstanden werden:

  • Betriebsauslastung (tatsächlicher Ausstoß geteilt durch maximalen Ausstoß),
  • Produktivität (produzierte Stück pro Zeiteinheit),
  • Termin- und Liefertreue (Mengentreue),
  • Stillstände,
  • Deckungsbeitrag.

Eine möglichst hohe Prozessleistung ist ein wichtiges QM-Ziel, weil dadurch die Termin- und Liefertreue verbessert werden kann. Kunden erwarten von ihren Lieferanten vor allem Qualität, schnelle Lieferung oder Leistung zu vertretbaren Preise. Gerade für die letzten beiden Punkte ist eine möglichst hohe Produktivität eine Grundvoraussetzung.

Die ISO 9001 fordert weiter eine Aussage über die Produktkonformität. Damit sind Feststellungen über die Einhaltung von gesetzlichen und vertraglichen Forderungen gemeint. Aussagen dazu sind enthalten in:

  • Fehlerkosten, Nacharbeit,
  • Nachbesserungen,
  • Nichteinhalten von vorgegebenen Werten,
  • Werksbescheinigungen, Prüfbescheinigungen (auch von Vorlieferungen),
  • Praxis der Regel(werks)verfolgung,
  • Vorhandensein und Kenntnis von gesetzlichen, normativen und vertraglichen Forderungen an die Produkte bzw. Dienstleistungen,
  • Grad der Übereinstimmung mit Verordnungen, Richtlinien und Normen.

Künftig wird durch die Novelle der ISO 9001 im Jahre 2015 auch eine Aussage über die Risiken gemacht werden müssen. Weitere Anforderungen erläutert Ihnen auf Anfrage die Unternehmensberatung Stottrop aus Köln.