Sicherer Umgang mit Lastaufnahmemitteln

< zurück

Bericht von einer BG Fachveranstaltung zum sicheren Umgang mit Lastaufnahmemitteln.

Am 7.12.2010 habe ich eine Veranstaltung der Bau BG zusammen mit der (ehemaligen) Masch-BG im Arbeitsschutzzentrum Haan besucht. Es ging einen ganzen Tag lang sehr interessant um das Thema Lastaufnahmemittel.

Lastaufnahmemittel werden sowohl in der Bau- als auch in der Maschinenbauindustrie häufig im Hebezeugbetrieb, das heißt, an einem Kran hängend, eingesetzt. Sie sind für zahlreiche Unfälle an den Händen, am Kopf verantwortlich, aber auch für spektakuläre Großunfälle.

Bevor es um den sicheren Betrieb geht, muss zunächst einmal der Begriff Lastaufnahmemittel genauer definiert werden. Es gibt Lastaufnahmemittel im Hebezeugbetrieb und in der Lagertechnik. Zu letzterem gehören Rollenbahnen, Gurtförderer oder Palettenförderer. Für Lastaufnahemittel im Hebezeugbetrieb gilt die BGR 500 Kapitel 2.8 „Betreiben von Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb“. Mit Hebezeuge sind Krane, Ladebäume auf Schiffen, Seilzüge aber auch Ketten, Seile und Bänder gemeint. Lastaufnahmemittel (LAM) werden englisch load handling device oder load handling attachment genannt.

Was Lastaufnahmemittel sind, wird genau, aber zunächst vielleicht schwer verständlich in der o.g. BGR erläutert: „Lastaufnahmemittel sind nicht zum Hebezeug gehörende Einrichtungen, die zum Aufnehmen der Last mit dem Tragmittel des Hebezeuges verbunden werden können“. Mit „Tragmittel des Hebezeugs“ ist der Kranhaken an der Krankette gemeint.

Lastaufnahmemittel verbinden also die Last z.B. eine große Holzkiste mit dem Kran. Da man die Kiste nicht ohne weiteres an dem Kranhaken befestigen kann, benötigt man also ein LAM. Dies könnte ein großes Netz sein, dass man am Kranhaken aufhängt und um die Kiste spannt. Da dies auch unpraktisch sind, hat der Mensch im Laufe der Zeit einige praktische Lastaufnahmemittel entwickelt. Dieses sind: Greifer, Klauen, Zangen, C-Haken, Traversen und Ösen.

Im Grunde haben sie die gleiche Funktion wie Anschlagmittel, die ebenfalls eine Verbindung zwischen Tragmittel des Hebezeugs (Kranhaken) und Last (z.B. Holzkiste) herstellen. Anschlagmittel sind jedoch Seile, Ketten und Bänder, die an der Last und am Tragmittel der Last (z.B. Kranhaken) angeschlagen werden. Anschlagmittel können aber auch die Last mit dem Lastaufnahmemittel verbinden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn an der Last Ösen angebracht sind (=LAM) und diese mittels Seile an einer Traverse (noch ein LAM), die wiederum am Tragmittel (Kranhaken) eingehängt ist. Das hört sich kompliziert an, ist aber in der Praxis bei sperrigen, schweren Lasten eine gute Lösung.

Viele Anforderungen an den sicheren Betrieb von LAM sind in der DIN EN 13155:2008 beschrieben. Danach sind LAM für maximal circa 20.000 Lastwechsel ausgelegt.