Novelle der Trinkwasserverordnung gilt ab 1. November 2011

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Am 1. November 2011 ist die neue Trinkwasserverordnung in Deutschland in Kraft getreten. Sie setzt die Forderungen der zuletzt 2009 novellierten EG-Richtlinie 98/83/EG über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch um.

Wer ist vor allem von den Neuregelungen betroffen?

Sanitärräume in größeren Betrieben mit mehreren Duschen, Hotels, Restaurants, Betriebskantinen, Krankenhäuser, Immobilien mit zentraler Warmwasserversorgung, Wohn- und Altenheime, Campingplätze, Hallenbäder und andere, sofern sie sogenannte Großanlagen zur Trinkwassererwärmung betreiben. Dies sind Trinkwasserspeicher von mehr als 400 l Volumen oder Warmwasserleitungen mit mehr als 3 l Rohrleitungsvolumen in jeder Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der Entnahmestelle. Ausgenommen sind Handwaschbecken in Restaurant-Toiletten, Eigenheime sowie Ein- und Zweifamilienhäuser. Betreiber der oben genannten Großanlagen müssen die Existenz oder die geplante Errichtung oder Änderung dem örtlichen Gesundheitsamt melden und das Trinkwasser regelmäßig untersuchen. Bei Überschreitung des neuen Wertes für Legionellen-Bakterien von 100/100 ml in der Anlage 3 zu § 7 TrinkwV ist dies dem örtlichen Gesundheitsamt mitzuteilen und Maßnahmen sind einzuleiten. Hinweise zu den möglichen Maßnahmen bei Überschreitung des Wertes sind dem DVGW-Arbeitsblatt W 551 „Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums“ zu entnehmen.

Maßnahmen gegen Legionellenwachstum sind unter anderem die Erwärmung des Trinkwassers auf mindestens einmal am Tag auf 60°C sowie eine maximale Unterbrechung der Zirkulation von 8 Stunden.

Welche Gefährdung geht von Legionellen im Trinkwasser aus?
Legionellen-Bakterien sind relativ chlorresistent und vermehren sich am besten in Wasser von 25–45 °C. Bei ca. 60°C werden sie abgetötet. Das Trinken von Legionellen-haltigem Wasser gilt als ungefährlich. Das Einatmen von Legionellen-haltigem Wassernebel (Aerosole) zum Beispiel unter der Dusche oder via Klimaanlage kann Gesundheitsbelastungen wie Husten, Fieber oder Durchfall hervorrufen. Im schlimmsten Fall kann es zu Lungenentzündungen oder sogar zum Tode kommen.

In der Novelle 2011 sind weitere Grenzwerte für Uran und Informationspflichten in Bezug auf Blei enthalten.

Die Nichtbeachtung kann als Ordnungswidrigkeit bzw. Straftat geahndet werden.

Daher sollte man im Zweifel Kontakt mit dem örtlichen Gesundheitsamt aufnehmen. Dort gibt es auch Formulare zur Anzeige nach § 15 Absatz 5 der Trinkwasserverordnung 2011, die in der Regel weitere Informationen zur Eingrenzung der Problematik erhältlich.

Der Text der Trinkwasser-Verordnung 2011 ist kostenlos erhältlich unter dem Link: http://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html