Neue Frist für Glühlampen ab 1.9.2011

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Ab dem 1.September 2011 tritt die dritte Stufe der Verordnung (EG) Nr. 244/2009 über Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Haushaltslampen mit ungebündeltem Licht in Kraft.

Danach dürfen Klarglaslampen mit 60 Watt und mehr nicht mehr in Verkehr gebracht werden. In Büros und Privatwohnungen dürfen vorhandene Glühlampen noch weiter benutzt werden. Auch Vorräte dürfen aufgebraucht werden. Jedoch kann man künftig keine neuen 60 W Klarglaslampen mehr kaufen. Mattglas- sowie Klarglaslampen von 75 und 100 W dürfen bereits seit 2010 bzw. 2009 nicht mehr gehandelt werden. Deutsche rechtliche Grundlage ist übrigens das Energiebetriebene-Produkte-Gesetz (EBPG), welches die EG-Richtlinie 2005/32/EG als Durchführungsrechtsvorschrift in § 2 benennt. Diese EG-RL führt zur EG-Verordnung Nr. 244/2009 und anderen EU-Verordnungen über energiebetriebene Produkten.

Welche Lampen soll man künftig in die Fassung schrauben?
Energiesparlampen oder LED-Lampen. Sie setzen weit mehr Energie in Licht und nicht in Wärme um. Problematisch ist allerdings die Entsorgung von Energiesparlampen, da sie das hochgiftige Quecksilber enthalten. Sie dürfen nicht in den normalen Hausmüll- oder Glasmüllbehälter gegeben werden, sondern müssen bei den kommunalen Sonderabfallsammelstellen in unzerstörtem Zustand abgegeben werden, da sonst das gefährliche Quecksilber frei wird. Noch fehlt ein verbindliches Gesetz, welches die Hersteller zur Rücknahme der alten Energiesparlampen am Verkaufsort zwingt.

Was tun, wenn eine Energiesparlampe zerbricht?
Fenster auf und den Raum für mindestens 15 Minuten verlassen. Reinigen bei geöffnetem Fenster. Insbesondere den Boden gründlich reinigen. Der Bundesverband Verbraucherzentralen fordert seit Oktober 2010, das Verbot der Glühlampen bis zur Senkung des Quecksilbergehaltes auszusetzen, weil das Umweltbundesamt in Dessau bei zerbrochenen Energiesparlampen ein Vielfaches der erlaubten Grenzwerte bei Stichproben in der Luft gefunden hat. Zur Vorbeugung sollte man Energiesparlampen mit einer zweiten Kunststoff-Hülle oder anderen Bruchsicherungen oder gleich die quecksilberfreien, aber teureren LED-Lampen kaufen. Darüber hinaus sollten Leuchtstofflampen ohne Bruchsicherung nicht in sensiblen Bereichen wie Kinderzimmer eingesetzt werden. Weitere Probleme bei Energiesparlampen sind mögliche Störungen bei der elektromagnetischen Verträglichkeit sowie die Lichtfarbe.

LED-Lampen als Alternative?
LED-Lampen gibt es bereits in Schraubfassungen im Handel. Die Produktion steigt z.B. auch bei der Siemens-Tochter Osram rasant. Ein Problem bei ultrahellen LED-Leuchten ist die sehr starke Blendung, die bis zur Netzhautablösung im Extremfall gehen kann, wenn man unter Ausschaltung des Lidschlussreflexes dort zu lange hineinschaut. Grund: Bei diesen Lampen wird das Licht sehr stark gebündelt. Die Gebrauchsanweisung ist unbedingt zu beachten. Hochleistungs-LED sollten nicht direkt in die Blickrichtung von Personen ausgerichtet werden.