Mit der neuen ISO 9001:2015 fit für die Globalisierung

< zurück

Seit dem Jahre 2000 hat es keine derart umfangreiche Änderung der ISO 9001 gegeben. Vor 15 Jahren konnten wir die Umwandlung der element-orientierten zur prozess-orientierten Norm erleben. Diesmal wird es ähnlich umfangreich. Vor dem Jahre 2000 gab es dicke QM-Handbücher mit 20 Kapiteln, die den Kapiteln der ISO 9001 nachempfunden waren. Diese wurden durch prozessorientierte Darstellungen abgelöst. Herzstück bisher war die Prozesslandkarte des Unternehmens, häufig unterteilt in Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse. Nunmehr erleben wir wieder eine grundlegende Änderung der ISO 9001. Ziel ist diesmal die stärkere Einbindung in die globalisierte Wirtschaft. Die Kunden und ihre Zufriedenheit stehen nach wie vor im Mittelpunkt. Auch die Prozessorientierung ist geblieben, ja sie wird sogar ausgebaut. Schwerpunkt der insgesamt über 104 Änderungen sind die stärkere Berücksichtigung der Akteure auf den Märkten sowie die durch deren Wechselwirkungen untereinander und mit internen Prozessen entstehenden Risiken und Chancen. Diese sollen bewusst wahrgenommen und bewertet und systematisch angegangen werden. Gefordert wird ein „Risikomanagementsystem light“, das jedoch an Unternehmensgröße und Branche angepasst werden muss. Voraussetzung dazu ist eine stärkere strategische Ausrichtung, denn Ereignisse werden erst dann zu Risiken, wenn sie mit den eigenen Zielen kollidieren können. Weitere wesentliche Änderungen sind

  • Prozesse sind detaillierter zu fassen (geht in Richtung SIPOC),
  • Die formale Position des QMB ist nicht mehr erforderlich.
  • Ein formales QM-Handbuch ist nicht mehr erforderlich.
  • Qualitätsziele müssen genauer definiert werden.
  • Ein Wissensmanagement muss angepasst eingeführt werden.
  • Kennzahlen zur Bewertung der Leistungen werden verstärkt gefordert.
  • Die Entwicklung von Dienstleistung muss dargestellt werden.

Die nur von wenigen verstandene Unterscheidung zwischen Dokumenten und Aufzeichnungen fällt mit der Novelle der ISO 9001:2015 weg. Beide Begriffe werden als „dokumentierte Information“ zusammengeführt.

Nach ISO 9001 zertifizierte Unternehmen sollten sich klar darüber sein, dass nach einer Übergangszeit von drei Jahren ihr Zertifikat ungültig wird. Wenn sie weiterhin das Zertifikat behalten wollen, müssen sie rechtzeitig auf die neue Norm umstellen. Dies läuft in folgenden Schritten ab:

  • Gap-Analyse (Grad der Abweichung von der neuen Norm ermitteln)
  • Neue Vorgaben erarbeiten
  • Neue Vorgaben in die Praxis umsetzen.

Dieser Prozess ist wesentlich umfangreicher als die Umstellung der Norm ISO 9001:2000 auf die ISO 9001:2008. Daher sollte man als Daumenwert mindestens ein Jahr vor dem Auslaufen des Zertifikats beginnen. Die Unternehmensberatung Stottrop hilft Ihnen bei der Umstellung. Dabei kommen ihr auch die Erfahrungen aus der Umstellung im Jahre 2000 zugute.