April 2015 – Entwicklung im Arbeitsschutz

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Im April 2015 stand das Thema Biogas im Mittelpunkt der Änderungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Dazu wurde erstmals eine TRGS sowie eine ergänzende DGUV-Information verkündet:

Anders als der Name vermuten lässt, ist Biogas ein sehr gefährliches Gas. Es entsteht beim anaeroben Abbau pflanzlicher oder tierischer Rohstoffe in Fermentern. Es enthält Methan, Kohlendioxid sowie geringe Anteile an Schwefelwasserstoff sowie Ammoniak. Biogas ist extrem entzündbar (H220), erstickend und akut toxisch (H330, H331 oder H332 je nach dem Anteil von Schwefelwasserstoff). Daher kommt es immer wieder zu Bränden, Explosionen und tödlichen Unfällen. Betreiber von Biogasanlagen sind meist Energieversorger und Landwirte. Insbesondere bei kleineren Betreibern fehlen häufig stoffliche und verfahrenstechnische Kenntnisse. Dies kann zu Fehlern bei der Auswahl von zu vergärenden Substraten, der Instandhaltung sowie der Anlagentechnik insbesondere im Hinblick auf den Explosionsschutz führen. Diesem Problem will die neue TRGS 529 sowie die DGUV Information 203-081 begegnen. Sie enthalten unter anderem neue fachliche Anforderungen an Betreiber und zwar sowohl an Arbeitgeber als auch an Beschäftigte.

Darüber hinaus gab es im April 2015 weitere Änderungen für Sicherheitsfachkräfte in Deutschland:

  • REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 REACH-VO
  • DGUV 213-853 Nanomaterialien im Labor – Hilfestellung für den Umgang. Nanomateralien sind Stoffe mit einer Größe von 1- 100 nm.
  • DGUV 215-111 Barrierefreie Arbeitsplatzgestaltung – Teil 1: Grundlagen
  • DGUV 250-001 Berufliche Beurteilung bei Epilepsie und nach dem ersten epileptischen Anfall
  • DGUV 209-074 Industrieroboter – Diese Information wurde gegenüber der Fassung aus dem Jahre 2008 wesentlich ergänzt und erweitert. Industrieroboter werden unter anderem zum Schweißen, Lackieren, Laserschneiden, Verpacken, Bestücken eingesetzt. Obwohl die Roboterdichte in Deutschland ansteigt und die die zweithöchste weltweit ist, bleibt das Unfallgeschehen mit Robotern konstant. Gefahren drohen nicht nur durch Eingequetscht werden oder durch herausgeschleuderte Teile, sondern durch vielfältige Risiken, die für andere Maschinen untypisch sind und die durch Beobachten nicht vollständig erfasst werden können. Eine besondere Gefahr sind kollaborierende Roboter, für die gesonderte Regeln gelten. Industrieroboter müssen mit trennenden oder nicht trennenden Schutzeinrichtungen gesichert sein. Bewegliche trennende und nicht trennende Schutzeinrichtungen müssen steuerungstechnisch verriegelt sein, damit der Roboter bei Annäherung oder Zugriff stillgesetzt wird. Diese wesentlich erweiterte und aktualisierte DGUV Information hilft Sicherheitsfachkräften, die Gefährdungen richtig einzuschätzen und die eigenen Schutzmaßnahmen zu überprüfen.
  • DGUV 213-046 Verarbeiten von Schaumstoffklebern. Diese Information ist für Handwerker und Beschäftigte in Industrieunternehmen von Bedeutung.

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